Das Waldviertler Blondvieh

Waldviertler Blondvieh

Das „Waldviertler Blondvieh“ war die bodenständige Rasse des Waldviertels. Bis zum zweiten Weltkrieg lag der Schwerpunkt der Zucht auf der Arbeitsleistung (Zugarbeit), in zweiter Linie stand die Fleisch- und erst an letzter Stelle die Milchleistung. 1933 wurde der Verband Waldviertler Blondvieh gegründet. Im Jahre 19963 beschloß der Blondviehzuchtverband auf Drängen der Züchter die Rassenumstellung auf Fleckvieh. Für die spezielle Fleischqualität des Blondviehs war damals offensichtlich kein Markt mehr zu finden, und die Rasse war zum Aussterben verurteilt.

Vor nicht ganz zehn Jahren wurde auf Initiative der Fachschule Edelhof, der ÖNGENE-Vereinigung und des Verbandes Waldviertler Fleckviehzüchter fünf Minuten vor Zwölf ein Erhaltungszuchtprogramm zur Rettung dieser schönen Rasse gestartet. So wurden 1997 schon wieder 191 Zuchttiere in 54 Herden gehalten. Biotechnologische Verfahren wie die Künstliche Besamung und der Embryotransfer dienen als wichtige Ergänzung der Lebenderhaltung. Die 11 verfügbaren Blondviehstiere mit durchschnittlich 700 eingefrorenen Samenportionen stellen das Herzstück zur Erhaltung dieser Rinderrasse dar. Große Samenreserven helfen gering vertretene Linien zu erweitern bzw. zu erhalten und somit die Inzucht zu vermeiden. Außerdem wird die genetische Zusammensetzung einer Rinderrasse durch das Einsetzen alter Stiere aus dem großen Samendepot, welches von der Rinderbesamungsanstalt Wieselburg kostenlos angelegt und betreut wird, verlangsamt.


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